Palmtrees

… vom Traum, einen Palmengarten anzulegen

Der Sommer, der keiner war

Wer nach dem langen Winter und viel zu kühlem Frühling auf einen schönen Sommer hoffte, wurde enttäuscht.
Es wurde zwar Ende Juni angenehm sommerlich und im Juli war es zeitweise richtig heiß mit bis zu 38 Grad Celsius. Aber schon vor dem letzten Juliwochenende brach der Hochdruckeinfluss zusammen und bis Ende August war es sehr wechselhaft mit kühlen Phasen. In diesem “Sommer” gab es viele schwere Unwetter mit Starkniederschlägen und Tornados in ganz Deutschland.
Aber es hielt mich nicht davon ab, gestern noch eine Zypresse im Bürovorgarten zu pflanzen.

Ruinierte Aussaat - erstes Sommerwochenende

Nachdem ich vor einer Woche fleißig die Samenkörner verteilt hatte, kam vor 2 Tagen der “Supergau”!
Der Bagger rückte letzte Woche an und machte die gesamte Flora platt, die über 20 Jahre praktisch nicht angerührt wurde. Bäume, Sträucher und das Gras wurden komplett entfernt, so dass nur noch die blanke Erde zu sehen war. Von meinen Samenkörnern fehlt jede Spur :-(
Zum Glück habe ich noch einen halben Eimer Samen zurückbehalten.

Und diese Wochenende gab es fast 32 Grad Celsius das heute abend mit Regen, Sturm und Gewitter endete. Wechselhaft und schwül soll es weitergehen. Und in Polen läuft inzwischen die 2. Flutwelle durchs Land. Tausende von Bewohnern werden wiederum evakuiert.

Winter & Frühlingsrückblick

Der letzte Winter war lange und sehr nass bzw. schneereich. Der letzte heftige Schneefall war Anfang März. Es war von den Temperaturen her ein eher durchschnittlicher Winter. Der Baggersee gefror nicht komplett zu und es gab viele Nordwest- oder Nordostwetterlagen mit viel Niederschlag und Wind. Nach einem zögerlichen Frühlingsstart im März und April mit Kälteeinbrüchen, verlief der Mai deutlich zu nass (bis zu 200% bei uns) und zu kühl. Selbst im Schwarzwald schneite es noch heftig.
Die Bauern warten auf die große Spargel- oder Erdbeerernte, es will nicht so recht vorwärtsgehen. Die Aussichten für die nächsten Tage versprechen sommerliche Temperaturen, warten wir’s ab. Statistisch betrachtet müsste der Sommer trocken und überdurschnittlich warm werden.

Ob es bei meinen Palmen Verluste gab ist noch nicht ganz klar, eine Große weiß nicht so recht ob sie nochmal austreiben will. Vorm Büro sind 2 eventuell irreversibel geschädigt. Die Washingtonia haben es gut gepackt, kommen aber wegen der kühlen Temperaturen nicht so richtig ins Wachstum.

Der Palmenwald…

Gestern habe ich alle Samen von meinen Hanfpalmen abgeerntet und teilweise von den Blütenständen abezupft. Viel zu viel Arbeit! So habe ich die Blütenstände genommen und auf das Nachbargrundstück gebracht, dort ausgeklopft und in die brachliegende von Gestrüpp überwucherte Fläche gworfen. Es sind tausende von Samenkörnern gewesen. Und wenn diese erfolgreich keimen, gibt das der größte Palmenwald nördlich der Alpen!!

Ich habe ein paar Bilder in Vorbereitung, die ich zu gegebener Zeit hier veröffentlichen werde. Die ersten Sämlinge sind wohl gegen Ende des Sommers zu erwarten. Regen und ein nicht zu heißer Sommer werden die Keimung positiv beeinflussen. Diese können ohne Winterschutz überleben, vorausgesetzt, sie bekommen im Winter etwas Sonne ab. Eine kleine Palme hatte ich vor ein paar Jahren an der Feuerwehrausfahrt des Ortes ausgepflanzt (könnte ich auch mal ein Bild hier veröffentlichen) und hat alle Winter ohne Schutz und praktisch schadlos überstanden. Sie ist kräftig gewachsen obwohl sie nicht wirklich gepflegt wird. Es ist sehr schwierig solche Plätze zu finden. Meist wird alles irgendwann herausgerissen oder von der Landwirtschaft untergepflügt. Ein weiteres Palmen-Projekt habe ich dieses Jahr noch vor, dazu aber später mehr.

Kälteeinbruch

Heute gab es die ersten vereinzelten Schneeflocken zu Hause. Die erste “Kältewelle” ist angesagt. Dauerfrost in den nächsten Tagen und unter -10°C in der Nacht werden erwartet und eine Woche soll es nun kalt bleiben. Heute gab es noch knapp +2°C. Die Palmen, Oleander & Co. sind soweit eingepackt, die Heizung steht bereit. Die Weihnachtsbeleuchtung ist schon seit 2 Wochen montiert.
Und was macht der Rhein? Hochwasser! Nach dem milden und feuchten November und bisherige Dezember, ist der Pegel sehr kräftig angestiegen. Der November war hier mind. um 4°C zu warm. Und ob nach der aktuellen Kälte das Weihnachtstauwetter kommt - mal sehen…

Verrückter Sommer - verrückter Herbst

Das Wetter war schon seltsam die letzten Monate! Der “Sommer” war Anfangs viel zu nass und es gab Hochwasser am Rhein bis in den August hinein. Der August selbst war richtig sommerlich und die Badesaison fing da erst richtig an. Auch der September war warm und trocken, selbst Anfang Oktober gab es hier im Südwesten Hitzrekorde mit über 30°C! Meine frisch gepflanzten Erdbeeren musst ich über mehrere Wochen hinweg bis zu 2 x täglich gießen, erst in der 2. Oktoberhälfte kam wieder ordentlicher Niederschlag von oben. Nach der Rekordtemperatur von Anfang Oktober gab es ein paar Tage später Frost bis in die Niederungen und Schnee bis in tiefere Schwarzwaldlagen. Und jetzt im November haben wir wieder Temperaturrekorde, heute gab es in Kempten/Allgäu 20°C und am Oberrhein bis 18°C und so geht das schon ein paar Tage und es soll auch noch ein paar Tage so weitergehen. Die Palmen, Cycas und Oleander sind also noch nicht verpackt. Die Orangenernte in Sizilien kann auch noch nicht losgehen da die Nachtemperaturen für die Reifung noch zu hoch sind. Wer weiß wann der Kältehammer in diesem Winter zuschlägt, oder ob überhaupt?

Wenn das Wetter so bleibt werde ich mein Motorrad wieder aus der Garage holen und eine Runde drehen.
Bis dann…

 Und hier noch ein paar Gartenbilder:

Ahorn und brahea (Trachies im Hintergrund)

Ahorn und brahea (Trachies im Hintergrund)

Ahorn: Nahaufnahme

Ahorn: Nahaufnahme

 

Brahea armata

Brahea armata

 

Brahea armata: Nahaufnahme

Brahea armata: Nahaufnahme

 

Trachcarpus fortunei

Trachcarpus fortunei

 

Trachy mit üppigem Fruchtstsand

Trachy mit üppigem Fruchtstsand

 

Trachycarpus wagnerianus

Trachycarpus wagnerianus

...auch unser Kater liebt die Palmen!

...auch unser Kater liebt die Palmen!

 

Zaubernuss Nahaufnahme

Zaubernuss Nahaufnahme

Zuwachs und Regeneration

Am letzten Samstagabend habe ich nun endlich meine Brahea armata ausgepflanzt. Am Pfingstsonntag habe ich noch eine Trachycarpus wagnerianus eingebuddelt, genau neben dem Oleander und meiner Cycas revoluta. Die Brahea habe ich seit Jahren im Topf und musste umgetopft werden damit aus ihr was wird. Das Wachstum im Topf ist daher recht bescheiden.

Eine freudige Nachricht: die eine stark geschädigte Trachycarpus vorm Büro hat neu ausgetrieben - endlich! Jetzt hoffe ich, dass die große direkt vorm Wintergarten auch nochmal durchtreibt. Die Washingtonias legen flott zu und haben somit die Blattschäden des vergangenen Winters vergessen lassen.

Trachycarpus wagnerianus - Mai 2009

Trachycarpus wagnerianus - Mai 2009

 

Brahea armata - Mai 2009

Brahea armata - Mai 2009

Gewinner & Verlierer

So, es ist jetzt der 12. Mai, die Palmen wachsen und blühen munter vor sich hin. Bei 2 Trachies vorm Büro weiß ich noch nicht so recht ob sie durchkommen oder nicht. Bei einer konnte ich den neuen Mitteltrieb ziehen und nun gähnt ein dunkles Loch in der Mitte der Palme. Bei der anderen handelt es sich um die größte, direkt vorm Wintergarten. Der Mitteltrieb sitzt noch fest und ist immer noch grün - ein gutes Zeichen dass sie durchkommen könnte. Es kann sein, dass beide erst im Juli oder August wieder Leben zeigen - das hatte ich 1996/97 schon einmal. Alle haben damals die noch kälteren Temperaturen überstanden. zu Hause haben sogar die meisten Zwergpalmen den letzten Winter überlebt. Das wundert mich doch sehr. Wahrscheinlich half ihnen die Schneedecke über ihnen.

Eine Palme zu Hause im Garten will dieses Jahr nicht blühen, sie schmollt anscheinend. Ursache unklar, aber das hat sie schon einmal so gemacht. Sehr wundersam!

Ausgepackt

Heute Morgen habe ich die beiden washingtonias ausgepackt! Ich musste leider fast alle Blätter abschneiden da sie total vertrocknet waren. Die neuen Triebe sehen (noch) gut aus und ich denke, dass sie durchkommen werden. Die trockenen Blätter der Trachycarpen habe ich ebenfalls komplett abgeschnitten so dass bei einigen nur noch die neuen Triebe übrig geblieben sind. Fotos sind gemacht, sie müssten nur noch hochgeladen werden aber bei dem angesagten Frühlingswetter ist dafür doch wenig Zeit, Gartenarbeit und Motorrad fahren muss auch sein ;-)

zögerlicher Frühling

Heute ist offizieller Frühlingsanfang, sonniges Wetter aber immer noch etwas kühl. In den höheren Lagen liegt noch reichlich Schnee und es soll die nächsten Tage immer wieder Schnee geben (Allgäu, Schwarzwald etc.).

Die Washingtonias sind noch geschützt. Ich habe mal hineingeschaut: die Blätter sind wohl zu 90% hinüber, einfach vertrocknet, trotz Lüftung. Zum Auspacken ist es momentan definitiv zu früh. Die neuen Triebe scheinen noch intakt zu sein und wenn dem so ist, wird sie im Frühjahr bzw. Sommer wieder schöne Blätter entwickeln. Dieser Winter - der seinen Namen wirklich verdient hat - zeigt die Grenzen der Machbarkeit und Überlebensfähigkeit der Exoten. Wenn alle gut durchkommen weiß ich zukünftig wie gut ich die Palmen schützen muss.

Ich werde in den nächsten Wochen insgesamt 9 neue kleine Palmen aus “eigener Produktion” auspflanzen. Diese haben zumindest bereits die letzten 2-3 Winter ohne Schäden überstaden. Es ist erstaunlich was die Sämlinge wirklich aushalten, es gab hier praktisch keine Ausfälle obwohl oder gerade weil der Schnee sie komplett begraben hatte. Die großen Exemplare haben bereits die Blütenstände angelegt und warten auf warmes Wetter.

Palmtrees läuft unter Wordpress 2.6.2
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates